Meine Standpunkte

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Kinder und Jugend.

Kita. Durch steigende Geburtenraten und den Zuzug junger Familien herrscht in den Kindergärten ein Engpass bei den Betreuungsplätzen. Hinzu kommt, dass Eltern seit fünf Jahren einen rechtlichen Anspruch auf die Betreuung ihres Kleinkindes haben. Doch was auf dem Papier gut klingt, ist in der Realität schwierig – auch in vielen Langenfelder Kitas sind die Plätze rar. Der Bedarf an Kita-Plätzen wird in den kommenden Jahren nach den Prognosen der Stadtverwaltung noch einmal ansteigen – daher muss die Kommune das Tagesstätten-Angebot nachbessern.

Offener Ganztag. Auch auf die Betreuung ihrer Kinder am Nachmittag sind viele Eltern angewiesen, und auch viele berufstätige Alleinerziehende haben keine andere Wahl: Sie wollen ihre Kindern nach der Kita-Phase verlässlich betreuen lassen und melden es in der OGS an. Entsprechend groß ist die Nachfrage nach Plätzen im Offenen Ganztag. Die Ansprüche der Eltern sind dabei vollkommen nachvollziehbar. Die Kinder kommen schließlich nach der Kita-Zeit aus einem guten Betreuungsbereich, so dass viele Eltern dies auch in der Grundschulzeit erwarten. Andere sind beruflich darauf angewiesen Ihre Kinder auch während der Grundschule in einer OGS anzumelden.

Aber nicht allein aufgrund der stetig wachsenden Nachfrage und steigender Kinderzahlen werden weitere OGS-Plätze geschaffen werden müssen. Dass hier dringender Handlungsbedarf besteht zeigt alleine die Tatsache, dass alle aktuell entstehenden OGS-Plätze bei Fertigstellung bereits voll besetzt sein werden. Angesichts der gesetzlichen Änderungen, die Eltern ab 2025 ebenfalls einen Rechtsanspruch auf einen OGS-Platz für ihr Kind zusichert, wird sich der Druck hier weiter erhöhen. Prognosen gehen aktuell von einer Nachfrage zwischen 45 und 80 Prozent aus.

Um sowohl die ausreichende Versorgung mit Kita-, als auch mit OGS-Plätzen letztendlich erfolgreich zu adressieren, ist es zwingend erforderlich, dass sich die Stadt Langenfeld – gemeinsam mit den großen Wohlfahrtsverbänden als freien Trägern – an einen Tisch setzt, und gemeinsam Lösungen für die zunehmende Problematik findet.

Digitalisierung der Schulen. Nun steht es fest: Der Digitalpakt kommt und soll unsere Schulen ins 21. Jahrhundert befördern. In Zukunft werden dafür fünf Milliarden Euro fließen. Die Stadt Langenfeld plant eine Investitionssumme von 6 Mio. €, wobei ca. 1,4 Mio € durch Fördermittel aus dem Digitalpakt kommen werden, um Schulen und Schüler*Innen besser auszustatten.

Wir dürfen über die technische Modernisierung jedoch nicht die neue Rolle der Lehrkräfte vergessen. Es gilt auch unser Personal auf einen vollständig digitalen Unterricht vorzubereiten. Das heißt, dass wir neben Geld für Technik, auch in digitale Konzepte, digitale Inhalte und vor allem die Weiterbildung unserer Lehrkräfte investieren müssen, um gewappnet zu sein. Diese werden sich häufiger als bisher als Moderator, Anreger und Berater verstehen müssen. Das Einmaleins oder neue Lateinvokabeln, Lernen also, das vor allem der Wiederholung bedarf, werden Formen künstlicher Intelligenz in der Tat übernehmen können.

Es gilt jedoch auch einen zielführendes Lifecycle-Management aufzusetzen, nach dem alle Geräte regelmäßig erneuert werden. Schließlich gilt es darauf zu achten, dass die eingesetzte Hardware stets die neuesten Standards der Datensicherheit erfüllt, und eine Kompatibilitätsgarantie für die eingesetzten Anwendungen gegeben ist. Mit Trade-In-Programmen könnte außerdem alte gegen neue Hardware getauscht und dafür bares Geld gespart werden.


Wohnen in Langenfeld.

In Langenfeld muss meiner Ansicht nach mehr passieren, um die Versorgungslücke an bezahlbarem Wohnraum für Geringst-, Gering- und Normalverdiener zu schließen. Das zeigt sich auch daran, dass Langenfeld inzwischen auf den zweiten Rang der teuersten Städte im Speckgürtel von Düsseldorf geklettert ist. Es ist falsch davon auszugehen, dass private Initiativen die aus der Mietbindung fallenden Wohnungen eigenständig ersetzen werden, geschweige denn dies überhaupt können. Alleine der Druck auf den Wohnungsmarkt wird sich bis zum Jahr 2040 – so weit reichen die aktuellen Bevölkerungsprognosen für die Region – weiter verschärfen.

Außerdem gehört es für mich zur Daseinsvorsorge der Stadt, auch Bürgerinnen und Bürgern mit niedrigen und niedrigsten Einkommen lebenswerten Wohnraum zur Verfügung zu stellen. Man verschließt an dieser Stelle ein ums andere Mal die Augen davor, dass mietpreisbegrenzter Wohnraum privater Investoren, nach Ablauf gesetzlicher Fristen aus der Sozialbindung läuft. Fakt ist nun einmal, und das zeigt sich vielerorts, dass solche Wohnungen, zu eben diesem Zeitpunkt für die aktuellen Mieter schlicht zu teuer werden – mit der logischen Folge, dass sie gezwungen sind auszuziehen, und sich neue Wohnungen zu suchen. Dieses Spiel mit privaten Existenzen, sowie die hieraus erwachsende Unsicherheit ist in höchstem Maße unsozial und falsch!

Nur wenn die Stadt die Wohnungen selber baut und unterhält, kann sie hingegen auch nach zehn Jahren sagen: Wir erhöhen die Mieten nicht. Ihr könnt hier auch weiterhin bezahlbar wohnen. Einen weiteren Vorteil sehe ich darin, dass in stadteigenen Wohnungen auch Menschen mit Schufa-Eintrag (über unkorrekte Ratenzahlung, Eidesstattliche Versicherung usw.) unterkommen könnten. Sobald es einen negativen Schufa-Eintrag gibt, wird ein Mieter auf dem freien Markt durch die meisten Vermieter nicht mehr akzeptiert. Das gilt inzwischen auch für Wohnungsbaugesellschaften. Ich halte es für wichtig, dass auch jene Bürgerinnen und Bürger, die schon einmal in der Schuldenfalle gesteckt haben, oder noch darin stecken, die Chance auf eine eigene Wohnung bekommen.

Eine städtische Wohnungsbaugesellschaft ist, und bleibt daher für mich die einzige Möglichkeit, zeitnahen und direkten Einfluss auf die Schaffung von bezahlbaren Wohnraum zu nehmen; ohne die Abhängigkeiten von reinem Gewinndenken oder auslaufenden Mietbindungen.


Leben im Alter.

Nicht nur in den Pflegeeinrichtungen gibt es Handlungsbedarf. Aufgrund der verbundenen Kosten und einem Mangel an Pflegeplätzen werden aktuell mehr als zwei Drittel der Pflegetätigkeit von pflegenden Angehörigen übernommen. Die Pflege eines Angehörigen ist oft ebenfalls ein Vollzeitjob und für die Pflegenden mit Einschränkungen der eigenen Lebensführung verbunden. Häufig befinden sich daher Pflege- und Betreuungskräfte, aber auch pflegende Angehörige in psychischer Not und leiden unter Zeitdruck, Personalmangel, sowie die hierdurch verursachte Überforderung. Vielfach fehlt es dann an Zeit und Kraft, um die geeignete Unterstützungsform zu finden.

Aufgrund der gestiegenen Lebenserwartung kommen immer mehr pflegebedürftige Menschen in einem höheren Alter als früher und mit stärkeren gesundheitlichen Einschränkungen in die Pflegeeinrichtung. Eine höhere Belastung der ohnehin wenigen Fachkräfte ist die Folge. Zeitdruck steht dabei an aller erster Stelle. Die Arbeit mit den Menschen fällt den Fachkräften in den Einrichtungen nicht schwer, deswegen haben sie sich schließlich den Beruf auch ausgesucht. Zu oft aber klagen die Arbeitnehmer in diesem Berufszweig darüber, dass sie einfach nicht die nötige Zeit haben.

Die zuletzt von der Politik ergriffenen Maßnahmen waren längst überfällig, dürfen aber nicht die einzigen bleiben. Es ist vielmehr notwendig den Bereich der Pflege auch innerhalb der Kommune dauerhaft und zukunftsorientiert weiterzuentwickeln. Pflege und das hiermit verbundene Leben im Altern muss menschenwürdig sein! Für Pflegebedürftige, Pflege- und Betreuungskräfte, sowie Angehörige. Für Pflegebedürftige ist zudem wichtig, dass Ihr Leben auch weiterhin selbstbestimmt ist, und die Teilhabe am Alltag ermöglicht. Hierauf muss sich eine bürger- und familienfreundliche Stadt ebenfalls ausrichten und entsprechende Konzepte erarbeiten.